Erfurt bleibt bunt!

GRÜNE JUGEND Erfurt demonstriert gegen rechtsextreme Aufmärsche

Am ersten Mai-Wochenende war viel los in Erfurt. Sowohl für Freitag als auch für Samstag hatten Neonazis Demonstrationen in der Stadt angekündigt. Gemeinsam mit vielen weiteren engagierten Menschen positionierte sich die GRÜNE JUGEND Erfurt gegen die Verbreitung menschenfeindlichen Gedankenguts und stellte sich den Kundgebungen entschieden entgegen.

Am 1. Mai ging es schon um zehn Uhr morgens los. Während auf dem Anger noch die jährliche Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB stattfand, an der sich etwa 1000 Menschen beteiligten, sammelten sich am Hauptbahnhof bereits rund 200 Gegendemonstrant*innen – darunter mehrere Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Erfurt – um sich den ankommenden Neonazis entgegenzustellen. Gegen elf Uhr marschierten diese, eskortiert von einem massiven Polizeiaufgebot, los in Richtung Stauffenbergallee. Die Gegendemonstrant*innen eilten daraufhin zum Leipziger Platz, wo die Strecke der Neonazis vorbeiführen sollte. Direkt auf dem Leipziger Platz wurde eine Spontanversammlung angekündigt und dann hieß es erst einmal warten. Doch bei strahlendem Sonnenschein und mit einer Frisbee verging die Zeit recht schnell. Als sich der NPD-Zug dem Platz näherte, bildeten sich Sitzblockaden.

GJEF bei Demo gegen Nazis am 1. Mai 2015 (2)

Schließlich zwangen etwa zehn engagierte Bürger*innen die Neonazis zum Umdrehen, indem sie sich ihnen mit einem bunten Schwingtuch entgegenstellten. Die Gegendemonstrant*innen eilten nun zum Hauptbahnhof zurück, wo sich die Kundgebung der Rechtsextremisten schon langsam auflöste. Durch den Hintereingang wurden die Neonazis schließlich zurück in den Bahnhof geleitet.

Doch auch am Tag darauf hieß es wieder Stellung beziehen und den Rechtsextremen zeigen, dass für sie kein Platz in Erfurt ist: „Gemeinsam-Stark Deutschland“, Nachfolge-verein der rechtsextremen HoGeSa („Hooligans Gegen Salafisten“), hatte eine Kundgebung auf dem Domplatz angemeldet. Doch auch an diesem Tag kamen glücklicherweise wieder zahlreiche Gegendemonstrant*innen, die die etwa 200 Hooligans zahlenmäßig weit übertrafen. Die Parolen und Reden der Hooligans wurde durch laute Musik und kräftigen Lärm der Gegendemonstrant*innen übertönt. Die Route der Rechtsextremen ging schließlich über den Petersberg und am Theater vorbei, wo sich ihnen wiederum zahlreiche Gegendemonstant*innen in den Weg stellen und auch das Theater große „No Nazis“-Plakate aufgehangen hatte, zurück in Richtung Domplatz. Somit konnte auch an diesem Tag verhindert werden, dass die Rechtsextremen belebte Straßen benutzten; stattdessen wurden sie auf eine abgelegene Route gezwungen.

GJEF bei Demo gegen Nazis am 1. Mai 2015 (1)

Die GRÜNE JUGEND Erfurt wird sich selbstverständlich auch nach diesem Wochenende weiterhin für ein buntes und weltoffenes Erfurt einsetzen!

Erfolgreiche Protestwoche gegen Rechts

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GJ bei der Blockade der des Rechtenumzugs

Am 1. Mai war in Erfurt die Grüne Jugend mit Unterstützung aus dem gesamten Landesverband stark bei den Protesten gegen Rechts vertreten. In der Landeshauptstadt wurde dank der über 1.000 Gegendemonstrant*innen eine Neonazi-Kundgebung stark behindert und verkürzt. So gelang es uns, mithilfe einer friedlichen Blockade den Lautsprecherwagen der Neonazis zu stoppen und so dafür zu sorgen, dass die Kundgebung der Rechten stumm verlaufen musste. Anderen Gegendemonstranten gelang es den geplanten Zugweg der Rechten zu blockieren. Wir begrüßen das breite, bunte und gewaltfreie Bündnis aus demokratischen Parteien, Gewerkschaftler*innen und Zivilgesellschaft, dass Gesicht gegen den Aufmarsch der rechtsextremen Freien Kräfte zeigte. Auch das deeskalative defensive Verhalten der Polizei und das Engagement der Stadt, die noch in dieser Woche versuchte den Demonstrationszug der Nazis mit Rechtsmitteln zu verhindern, haben wir geschätzt.

Von Demonstranten eingekesselter Lautsprecherwagen der Neonazis

Wir hoffen dass im kommenden Jahr der 1. Mai wieder allein den Belangen der Erfurt Arbeiter*innen gehört und nicht erneut von Neonazis missbraucht wird. Notfalls werden wir uns ihnen aber auch 2014 wieder entgegenstellen und auf unseren Straßen Platz nehmen!

Keinen Meter! – Den Nazi-Aufmarsch am 1. Mai 2013 in Erfurt verhindern!

Die Grüne Jugend Erfurt ist Teil des Bündnis, das sich der Neonazi-Kundgebung am 1. Mai entgegenstellt. Wir unterstützen den Folgenden Aufruf.

Keinen Meter!

Den Nazi-Aufmarsch am 1. Mai 2013 in Erfurt verhindern!

Erneut wollen Neonazis am 1. Mai in Erfurt aufmarschieren. Am Internationalen Tag der Arbeiter*innenbewegung und dem traditionellen Datum linker Demonstrationen ist das eine besondere Provokation, zumal sich im Mai dieses Jahres die Zerschlagung der Gewerkschaften durch den Faschismus zum 80. Mal jährt. Die NSDAP erklärte den 1. Mai 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit “ und versuchte so, emanzipatorische Bewegungen ihrer Traditionen zu berauben und diese vergessen zu machen. Heute versuchen Neonazis erneut, den 1. Mai für ihre Zwecke zu nutzen. Dementsprechend sollte unsere Antwort sein: Ihrem völkischen Nationalismus setzen wir unsere internationale Solidarität entgegen, die von Beginn an diesen Tag prägte.
Doch Nazi-Aufmärsche sind nur die Spitze des Eisberges. Unser Protest und Widerstand richtet sich gegen jede Art von Ausgrenzung und Unterdrückung. Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Sexismus und Konkurrenzdenken sind tief in der Gesellschaft verankert.
Seit Jahren versuchen militante Neonazis, in Erfurt und im Umland Fuß zu fassen. Mit Kundgebungen und Kleinaufmärschen ziehen Neonazis aus dem Spektrum der „Kameradschaften“ übers Land und durch die Städte. Während der Versuch am 1. Mai vor einem Jahr, in Weimar aufzumarschieren, am Widerstand aus der Gesellschaft und am strikten Kurs der Stadtverwaltung scheiterte, konnten die Nazis in Erfurt offensichtlich problemlos und von der Stadt genehmigt marschieren. Antifaschistischer Protest wurde dagegen immer wieder von der Polizei massiv behindert. Kein Wunder, dass Erfurt mittlerweile zu einem bevorzugten Aktionsort der Neonazis geworden ist.
Trotz stetig wiederkehrender Übergriffe durch Neonazis in Erfurt ist es uns in der Vergangenheit gelungen, ihnen immer wieder öffentlichen Raum zu nehmen. 2007 waren Tausende Menschen dem Aufruf eines breiten Bündnisses zu einer gemeinsamen Großdemo gegen einen NPD-Aufmarsch gefolgt. Sitzblockaden und direkte Aktionen stoppten die Nazis. Auch 2010 musste die NPD erneut am 1. Mai nach wenigen hundert Metern umkehren. Hunderte Menschen waren auf die Straße gegangen, um sie zu stoppen. Am 6. August 2012 gelang es, mit Sitzblockaden einen Propaganda-LKW der NPD auf dem Domplatz über Stunden mitten auf der Straße festzusetzen. Und am 18. September 2012 konnten die Attacke von NPD-Aktivisten auf eine Flüchtlingskundgebung vor dem Landtag erfolgreich abgewehrt werden. Es ist auch in Erfurt möglich, gemeinsam und entschlossen den Aktionen von Neonazis erfolgreichen Protest und praktischen Widerstand entgegenzusetzen.
Dem geplanten Aufmarsch am 1. Mai 2013 werden wir einen Strich durch die Rechnung machen. Keinen Meter dürfen Neonazis durch die Stadt marschieren!
Wir werden sie stoppen! Gemeinsam.

Weitere Infos findet Ihr unter keinenmeter.blogsport.eu.

Proteste gegen NPD-Kundgebung vor dem Landtag

Nachdem in Erfurt die Deutschlandtour der NPD nicht nach Plan verlief und die Provokation der Flüchtlingsdemonstration am vergangenen Dienstag scheiterte, versuchte die Thüringer NPD mit einer Kundgebung vor dem Landtag zu zeigen, was in ihr steckt. Nach langer Mobilisierung gelang es den Nazis mit etwa 30 Personen am 20. September 2012 vor dem Landtag aufzumarschieren.
Parteien, Gewerkschaften und politische Jugendorganisationen, wie auch die Grüne Jugend Erfurt mobilisierten gemeinsam mit der Anitfaschistischen Koordination Erfurt zur Teilnahme an den Protesten.

150 BürgerInnen stellen sich gegen die Kundgebung der Rechtsextremen vor dem Landtag
Die Selbstbespaßung der so genannten nationalen Opposition war nur optisch wahrzunehmen, denn mindestens 150 GegendemonstrantInnen übertönten die rechten Parolen. Besonders einfach war es zu Beginn, da die NPDlerInnen an der genauen Funktionsweise eines Generators scheiterten. Nach einer Stunde unverständlicher „Redebeiträge“ hatten die Nazis genug und räumten den Platz vor dem Landtag.

Polemik abschaffen

Am gestrigen Mittwoch, dem 9. Mai 2012, haben etwa 220 Bürgerinnen und Bürger gegen die Lesung von Thilo Sarrazin, aus seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, vor der Alten Oper in Erfurt demonstriert. Neben vielen Redebeiträgen wurde auf Transparenten und Bannern auf die rassistischen Thesen von Sarrazin hingewiesen. Laute Rufe und Pfiffe begleiteten die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung beim Einlass. Diesen wollte man dabei keineswegs ihr Recht auf Meinungsfreiheit absprechen, sondern sie zu einem kritischen Nachdenken über die Inhalte des Buches anregen. Insgesamt verlief die Demonstration friedlich und wurde nur kurzzeitig von Rangeleien konfliktbereiter Protestanten mit der Polizei gestört.

Auch die Grüne Jugend Erfurt beteiligte sich an der friedlichen Kundgebung, denn für uns ist Integration keine Einbahnstraße! Wir als Grüne Jugend verstehen Integration als ein Miteinander aller Kulturen und die gegenseitige Anerkennung von Gemeinsamkeiten und
Unterschieden. Für uns sind Migrantinnen und Migranten integraler Bestandteil unser Gesellschaft, daher setzen wir uns gegen jede Form von Ausgrenzung ein!