Junggrünes Mobilitätskonzept verabschiedet

In Vorbereitung auf die anstehenden Kommunalwahlen hat die Grüne Jugend Erfurt in den vergangenen Monaten intensiv an der Weiterentwicklung ihres Konzeptes zu einem ticketlosen Nahverkehr in Erfurt gearbeitet. Entstanden ist ein umfassendes Mobilitätskonzept, welches alle Verkehrsteilnehmer*innen in den Blick nimmt.

DSCF0029Die Grüne Jugend möchte mit ihrem Konzept einen Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität für alle, unabhängig von Einkommen oder Wohnort, aufzeigen. Dazu schlagen wir einen solidarischen Mobilitätsbeitrag vor, der von allen Bürger*innen der Stadt Erfurt monatlich gezahlt wird und zum Großteil zur Finanzierung eines ticketlosen Nahverkehrs genutzt wird. Zudem sollen gleichwohl auch Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen vorrangig von der Einführung eines ticketlosen Nahverkehrs profitieren. Beispielsweise durch die Sanierung von Fußwegen, den weiteren und vor allem zügigen Ausbau von sicheren Radwegen oder eine weitere Ausweitung von verkehrsberuhigten Zonen sollen sich Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen künftig sicher und mit Lust durch Erfurt bewegen können. Denn klar ist: nur mit einer echten Verkehrswende funktioniert Klimaschutz wirklich.

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Grüne Jugend sammelt neue Ideen im ÖPNV-Workshop

Ohne Fahrschein in die Straßenbahn steigen und dabei keine Angst haben müssen wegen Schwarzfahrens Strafe zu zahlen? Das klingt utopisch, könnte aber nach einer Idee der Grünen Jugend ein Weg zu einer nachhaltigen Mobilität für Erfurt sein. Ein von allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt monatlich zu zahlender Mobilitätsbeitrag könnte solch ein Modell des ticketlosen Nahverkehrs ermöglichen. Das heißt, alle zahlen eine festgelegte Beitrag pro Monat und können dann unbegrenzt den ÖPNV nutzen.
TicketloserNahverkehr_GJER-Workshop161113(Titel)Doch welche Vorteile bietet dieses Modell? Welche Gefahren sind damit verbunden? Und wie könnte der finanzielle Rahmen dafür aussehen? Auf diese und viele weitere Fragen versuchten Philipp und Claudia von der Grünen Jugend Erfurt in einem Workshop mit dem Titel „Straßenbahn für alle! Ist das grün?“ eine Antwort zu geben. Weiterlesen

11. Critical Mass überzeugte sogar Petrus

922931_582787665085246_1833042688_n942934_582788295085183_864915122_n971403_582788371751842_269900720_nAuch zur 11. Critical Mass am Freitagabend trotzten wieder 100 Erfurter Radfahrer*innen dem grauen Wetter um erneut auf die teilweise schlechten Verkehrsbedingungen für Radfahrer*innen in Erfurt aufmerksam zu machen. Kurz nach 18 Uhr ging es ab dem Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof in Begleitung der Polizei (diesmal wegen schlechtem Wetter leider im Auto, aber beim nächsten mal wieder mit Fahrrad 😉 ) los. Vom Juri-Gagarinring über die Schillerstraße fuhren wir Richtung Westen. Über die viel befahrene Biereyestraße die ohne Radweg immer wieder für Konfliktpotential sorgt, fuhren wir in einem beeindruckenden Zug weiter Richtung Norden auf der Blumen- und Mühlhäuser Straße. Über die Schlüterstraße kamen wir mit Applaus und gut gelaunt am Domplatz, eine Minute bevor es wie aus Eimern anfing zu regnen (das Wetter hatte es also doch gut mit uns gemeint), an.
Und wenn sich beim nächsten mal auch die letzten Teilnehmer*innen noch etwas vorbildlicher benehmen, schaffen wir es alle (inkl. der Polizei) glücklich zu machen.

Im übrigen könnt ich euch dieses mal sogar in einem kleinen Videoclip ein Bild von der CM machen.

Die nächste Critical Mass – dann hoffentlich endlich bei strahlendem Sonnenschein und mit mindestens 300 Teilnehmern – findet am 5. Juli statt. Start ist wie gewohnt 18Uhr am Hauptbahnhof. Ziel ist diesmal das Hügelfest. Wir freuen uns auf euch!

Critical Mass zeigt: Fahrrad nicht nur Schön-Wetter-Fahrzeug

Auch nach dem ersten Schneefall in Thüringen und winterlichen vier Grad Celsius waren heute wieder über 50 RadfahrerInnen gemeinsam auf Erfurts Straßen unterwegs. Sie wollten als „Critical Mass“ zeigen, dass ihre Fahrräder keine Schön-Wetter-Fahrzeuge sind, sondern ein vollwertiger Teil des Stadtverkehrs, der immer noch zu wenig berücksichtigt wird.
Für die achte Critical Mass versammelten sich die TeilnehmerInnen fast schon in Tradition vor dem Erfurter Hauptbahnhof, von wo aus Sie ihre gut einstündige Tour über den Juri-Gagarin-Ring starteten. Die Route führte weiter über die Schillerstraße, den Schmidtstedter Knoten und die Weimarische Straße. Es wurde deutlich, dass gerade die meistbefahrenen und breitesten Straßen der Stadt oft keinen Raum für Radverkehr lassen. Sie sind durch Verbotsschilder ausgeschlossen oder werden von Autofahrer als Fremdkörper wahrgenommen. Dort wo der Verkehr stark ist, sollten sie durch eine Radspur auf der Fahrbahn geschützt werden. All zu oft wird dieser Platz aber lieber für eine zweite oder dritte Pkw-Spur genutzt.
Die Tour führte weiter durch die Käthe-Kollwitz-Straße, die an einem Tag wie heute von rund 10.000 Autos durchfahren wird. Einige TeilnehmerInnen der Critical Mass waren Anwohner der Straße. Sie berichteten dass sie die Verkehrsbelastung kaum noch ertragen können, seitdem vor sechs Jahren hier die Tempo-30-Zone aufgehoben wurde. Heute sind die Anwohner in einer Bürgerinitiative (BI) organisiert. Die fordert eine fußgänger- und fahrradfreundliche Umgestaltung der Straße durch die Wiedereinführung Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h.
Von der Löbervorstadt führte die zwölf Kilometer lange Route in die Altstadt. Absteigen, Bordsteinkante, engste Kurven, Kopfsteinpflaster: Die Erfurter Altstadt bleibt eine Problemzone im Radwegenetz. Von besonderer Bedeutung ist dabei der zentrale Anger, auf den zwar mehrere Radrouten zulaufen, der aber bei Tag für Radfahrer gesperrt ist. Eine einfache Lösung haben auch wir nicht, aber von der vollständigen Umsetzung des aktuellen Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) in den kommenden Monaten erwarten wir Verbesserungen. Der VEP wurde dieses Jahr vom Stadtrat beschlossen und sieht in Teilbereichen eine Befahrung des Angers vor.
Die Critical Mass folgte heute der offiziellen Angerumfahrung, soweit diese möglich war. Die Borngasse ist momentan aufgrund der Baumaßnahmen am Anger nicht zugänglich. An der Barfüßerstraße schlossen wir wieder an den offiziellen Radweg an, umfuhren das Rathaus an dessen Rückseite und folgten der Michaelisstraße nach Norden bis zum Stadtring. Am Talkonten bog die Gruppe in die Johannesstraße ein.
Nachdem das Thema Radverkehrsverbindung nördliche Johannesstraße jahrelang in der Diskussion stand, wurde im November 2010, auf Druck von B90/Grüne, SPD und ADFC festgelegt, wie die Radverkehrsführung in der Lücke zwischen Talknoten und der Kreuzung „Am Hügel“ gestaltet werden soll. 2012 wurde Mithilfe von gelben Markierungen diese Lücke geschlossen und das Sperrgitter hinter der Hügelkreuzung entfernt. Der endgültige Umbau mit Verlegung der Gleise in Richtung Osten ist für 2013 geplant. Dann wird es möglich, die bisherigen Engstellen mit Radstreifen zu versehen.
Die südliche Johannesstraße ist bereits für den Radverkehr freigegeben, auch dort wo dem Autoverkehr der Weg versperrt bleibt. Die gemeinsame Führung mit der Straßenbahn im beengten Altstadtbereich funktioniert hier sehr gut. So sollte unsere Tour auch am Ende der Straße, vor dem Lutherdenkmal am Anger, enden.
Die Freude unter den TeilnehmerInnen über die rege Beteiligung, trotz der niedrigen Temperaturen, war groß. Das Critical Mass-Team von der Gründen Jugend, dem ADFC und der AG Nachhaltigkeit dankt der bunt gemischten Gruppe aus Erfurter Bürgerinnen und Bürgern für Ihren Einsatz für einen besseren Radverkehr!

Fünften Erfurter Critical Mass erfolgreich unterwegs

CM auf dem südlichen Juri-Gagarin-Ring
Am Montag, dem 25.06.12 fand bereits zum fünften Mal die „Critical Mass“ in Erfurt statt. Trotz Regenschauer trafen sich gut 65 Radfahrer auf dem Willy-Brandt-Platz, um mit ihrer Radtour durch Erfurt für die Belange von Radlern im Straßenverkehr zu demonstrieren.
Trotz des Mottos der „Critical Mass““ Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr“ verhielten sich die Teilnehmer korrekt und schoben ihre Fahrräder durch den Bahnhofstunnel.
Eskortiert von zwei Polizeiautos gings radelnderweise auf der Schillerstraße bis zur zur Pförtchenstraße. Von dort wurde der Dalbergsweg angesteuert, der aufgrund seiner miserablen Oberfläche viele Radler dazu treiben kann, auf den Gehwegen weiterzufahren.
Weiter auf dem Juri-Gagarin-Ring an zwei verkehrsplanerischen Lösungen vorbei geradelt: Löberstraße stadteinwärts, Einsatz von rot markierten Radstreifen als ein gutes Beispiel für vernünftige Radverkehrsführung und als Gegenbeispiel die Bürgermeister-Wagner-Straße: Der exzessiven Einsatz von roten Radstreifen in falscher, dort aber erlaubter Richtung!
Über die Magdeburger Alle, eine in der Fahrrad-Unfallstatistik meistgenannten Straßen, führte die Tour via Riethstraße und dann zurück über die Nordhäuser Straße bis zum Ziel am Domplatz.
Trotz der großen Verschiedenheit der Teilnehmer, von Dreadlocks bis  Dauerwellen war alles vertreten, sind alle der Meinung, dass für den der Radverkehr in Erfurt noch mehr getan werden muss.
Nach 12 Kilometern war der Domplatz das Ziel
„Wenn ich durch Erfurt fahre,“ so ein Mitradler, „habe ich oft den Eindruck, dass Radverbindungen für gefühlte 15 Meter geplant worden sind, dann kommt ne Strecke mit Stress und unklarer Situation, dann wieder 15 Meter Radlerführung und dann steh ich wieder da mit meinem Zweirad…“
Es gibt noch viel zu tun in Erfurt und deshalb werden die Initiatoren der Critical Mass zukünftig bei ihrer Arbeit von drei Organisationen unterstützt: Die Grüne Jugend Erfurt, die AG Nachhaltigkeit der Hochschule Erfurt und der Kreisverband des ADFC.