Grüne Jugend beim Christopher-Street-Day 2012

Bei bestem Sommerwetter kamen am Samstag, dem 21. Juli 2012, wieder mehrere hundert Menschen aus ganz Thüringen zusammen um in Erfurt den Christopher-Street-Day zu feiern. Längst nicht nur Lesben und Schwule versammelten sich auf dem Anger, um für ihre Anerkennung einzutreten. Auch viele Passantinnen und Passanten nahmen die Kundgebung mit großem Interesse auf und sammelten Flyer, Aufkleber und Buttons an Ständen, wie dem der Grünen Jugend ein und suchten die Diskussion.

Auch wenn es an diesem Tag scheint, als wäre Vielfalt und Toleranz in Thüringen eine alltägliche Selbstverständlichkeit, so gibt es in unserer Gesellschaft noch viel Nachholbedarf. So zeigt insbesondere die derzeitige öffentliche Diskussion um die gleichgeschlechtliche „Ehe“ wie groß die Ressentiments mancherorts noch immer sind! Wir als Grüne Jugend setzen uns deshalb für eine vollkommene Gleichstellung von gleichgeschlechtlicher Liebe ein!

Die GJ Thüringen zum Papstbesuch

Die Grüne Jugend Thüringen ruft zu friedlichen Protesten anlässlich des Papstbesuches in Thüringen auf. Wir kritisieren die Haltung des Kirchenoberhauptes zu Frauenrechten, zur Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender ebenso wie zur Empfängnisverhütung und der Bezeichnung moderner Demokratien als „Diktaturen des Relativismus“.

Der Papst trägt als Oberhaupt der katholischen Kirche durch die Verbreitung dieser Lehren erhebliche Verantwortung und Mitschuld an der Unterdrückung und Stigmatisierung von KatholikInnen und NichtkatholikInnen auf der ganzen Welt. Wir wissen, dass viele Mitglieder der katholischen Kirche dieses Urteil teilen und glauben, dass konstruktive Kritik Gräben überwinden kann.
Als Grüne Jugend Thüringen distanzieren wir uns jedoch deutlich von der Aktion „Religionsfreie Zone“ und dem Aufruf des Bündnisses „Heidenspaß statt Höllenangst“. Die berechtigte Kritik an der Institution des Vatikan und der Figur des Papstes darf nicht vermengt werden mit einer menschenfeindlichen Missachtung der Religionsfreiheit.

Freie Fahrt für mein Rad!

Für einen starken Umweltverbund in Erfurt!

Mit lauten Fahrradklingeln und Transparenten wie “Grün für Radverkehr” und “Unsere Räder wollen rollen” zogen Mitglieder der Grünen Jugend aus ganz Thüringen und weitere UnterstützerInnen aus dem ADFC am Samstagnachmittag vom Domplatz über den Anger bis zum Hauptbahnhof.
Erfurterinnen und Erfurter nutzen immer häufiger die Vorteile des Radverkehrs, im Sommer ebenso wie in der Adventszeit. So konnte die Stadt mittlerweile zum bundesweiten Schnitt von rund zehn Prozent Radfahrten anteilig an allen Wegen aufschließen. Dabei bewegt sich Erfurt im Vergleich mit Städten ähnlicher Größe und Topografie jedoch immer noch im unteren Bereich.
Eva, Sprecherin der Grünen Jugend Erfurt, äußert sich dazu wie folgt:
Viele Erfurterinnen und Erfurter nutzen gerne die kurzen Wege in der Stadt per pedes oder fahren mit der Stadtbahn, die bundesweit keinen Vergleich scheuen muss. Nur das schlecht ausgebaute Radwegenetz und die Verbotsregelungen im Innenstadtbereich verhindern eine Vergrößerung des Anteils klimafreundlicher Fortbewegungsmittel. Wer selbst in Erfurt Rad fährt – oder dies versucht – weiß, dass von der tagsüber gesperrten Fußgängerzone bis zu oftmals nicht vorhandenen Radwegen ein großes Spektrum an Problemen existiert. Die Stadt sollte ihre guten Vorraussetzungen nutzen, Barrieren abbauen und Straßenbaumittel zu Gunsten der Radwege umverteilen! Erfurt hat so die Möglichkeit, eine deutschlandweite Spitzenposition im Umweltverbund einzunehmen.

Räder wollen Rollen,
auch im Bahnhofstunnel

 Exemplarisch für die Ungleichberechtigung steht die Bahnhofsunterführung, in der seit mehreren Monaten RadfahrerInnen, zu Gunsten aller anderen VerkehrsteilnehmerInnen, eine Durchfahrt verboten ist. Das Fahrverbot führt zu dem Paradox, dass Erfurt das einzige Fahrradparkhaus ohne Radweganschluss besitzt, sowie zur Unterbrechung zweier Radfernwege.
Die Grüne Jugend fordert die Aufhebung des Radfahrverbotes in der Bahnhofsunterführung und die Freigabe der Fahrspuren. Dies empfiehlt auch eine vom Institut für Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt durchgeführte Studie, welche leider von der Stadt – die selbst die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte – nicht umgesetzt wurde. Dies würde nicht nur den RadfahrerInnen zu Gute kommen, sondern auch die Sicherheit im Bahnhofsbereich verbessern, da der Radverkehr gezielter durch den Tunnel geleitet würde.
Die Fahrraddemo führte im Trubel des Weihnachtsmarktes zu spontanem Beifall und Zustimmung der meisten PassantInnen.