Sind Frauen weniger Wert? GJ zum Equal Pay Day

Frauen verdienen in Deutschland immer noch durchschnittlich 22% weniger als Männer. In Erfurt war die Grüne Jugend am Mittwoch auf dem Anger unterwegs, um Passanten mit selbstgebackenen Plätzchen auf diese ungerechtfertige Gehaltslücke aufmerksam zu machen – natürlich erhielten Frauen ein 22% kleineres Plätzchen als Männer.
Anlass ist der Equal Pay Day am 21. März, mit dem jedes Jahr das Bewusstsein für weiterhin bestehende Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt geschärft werden soll.
Die symbolische Aktion „Du bist weniger Wert“ stieß auf reges Interesse: Zwar wollten einige Passantinnen, mit Verweis auf die Fastenzeit, nicht gleich bei den Plätzchen zugreifen, doch alle fanden die – in Teig gegossene – Benachteiligung von Frauen äußerst ungerecht.

Die GJ mit Info-Flyern und und Keksen bei denen eine Ecke fehlt auf dem Anger

Unser Flyer

Die Gründe für die durchschnittlichen Lohnunterschiede sind vielfältig: einerseits werden „typische“ Frauenberufe grundsätzlich schlechter bezahlt, außerdem verzichten Frauen häufig durch Babypausen auf Jahre der Berufserfahrung und damit auf mögliche Beförderungen, Frauen arbeiten (oft ebenfalls im Zusammenhang mit Kinderbetreuung) deutlich häufiger in Teilzeit als Männer, und nicht zuletzt trägt ein männlich geprägtes Arbeitsumfeld dazu bei, dass ambitionierte Frauen auch im 21. Jahrhundert noch häufig an die „gläserne Decke“ stoßen.

Zur Beseitigung dieser Ungerechtigkeiten ist ein Ausbau der staatlichen Angebote für Familien ebenso notwendig, wie ein respektvoller und fairer Umgang mit Frauen in der Arbeitswelt. Daher lautet unsere Forderung an alle gesellschaftlichen Akteure „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!
Alle Informationen zum Equal-Pay-Day sind unter equalpayday.de zu finden.

Die GJ Thüringen zum Papstbesuch

Die Grüne Jugend Thüringen ruft zu friedlichen Protesten anlässlich des Papstbesuches in Thüringen auf. Wir kritisieren die Haltung des Kirchenoberhauptes zu Frauenrechten, zur Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender ebenso wie zur Empfängnisverhütung und der Bezeichnung moderner Demokratien als „Diktaturen des Relativismus“.

Der Papst trägt als Oberhaupt der katholischen Kirche durch die Verbreitung dieser Lehren erhebliche Verantwortung und Mitschuld an der Unterdrückung und Stigmatisierung von KatholikInnen und NichtkatholikInnen auf der ganzen Welt. Wir wissen, dass viele Mitglieder der katholischen Kirche dieses Urteil teilen und glauben, dass konstruktive Kritik Gräben überwinden kann.
Als Grüne Jugend Thüringen distanzieren wir uns jedoch deutlich von der Aktion „Religionsfreie Zone“ und dem Aufruf des Bündnisses „Heidenspaß statt Höllenangst“. Die berechtigte Kritik an der Institution des Vatikan und der Figur des Papstes darf nicht vermengt werden mit einer menschenfeindlichen Missachtung der Religionsfreiheit.

Was wissen wir eigentlich über Afghanistan?

Die Situation in Afghanistans taucht ständig als Diskussionsthema in Medien und Politik auf. Aber inwieweit können wir uns eigentlich eine Meinung bilden über ein Land, in dem die meisten von uns noch nie waren? Bilden Medienberichte, die meist auf Krieg und Terror reduziert sind, wirklich die Realität ab?
Gegenstände aus dem Alltag Afghanistans
Antworten aus erster Hand konnte am 3. November 2010 Markus Schäfer geben, der – auf Einladung der Grünen Jugend Erfurt und der Hochschulgruppe Campusgrün – allen Interessierten einen landeskundlichen Vortrag anbot. Als Entwicklungshelfer, der über zwei Jahre lang in Afghanistan gearbeitet hat, bot er spannende Einblicke in die zivile Aufbauarbeit und deren Institutionen sowie Insiderinfos und Bilder aus dem afghanischen Alltag. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas kam auch der Spaß nicht zu kurz: Für viel Unterhaltung sorgte das fröhliche Ratespiel mit für uns skurril aussehenden afghanischen Alltagsgegenständen. Die Verkostung landestypischer Süßigkeiten sorgte dafür, dass auch bei langen und hochspannenden Diskussions- und Fragerunden alle Teilnehmenden bei Kräften blieben.
Referent Marcus Schäfer über die Entwicklung des Landes
Dass Afghanistan weit mehr ist als nur der in den Medien abgebildete Krieg, wird wohl allen ZuhörerInnen im Gedächtnis bleiben. Fazit, trotz der erschütternden Komplexität der Probleme in dem Land: Afghanistan ist kein hoffnungsloser Fall, wenn auf die Jugend und deren Bildung gesetzt wird.   

originale Kleidung für Frau und Mann

Der Themenabend war die erste gemeinsame Veranstaltung der grünen Hochschulgruppe Campusgrün und der Grünen Jugend Erfurt. Wir freuen uns auf viele weitere erfolgreiche Aktionen!