Viele Kerzen für die Demokratie

120 Demonstranten auf dem Erfurter Anger

Ungefähr 120 BürgerInnen, darunter auch die Grüne Jugend Erfurt, folgten heute dem Aufruf von Occupy Thüringen und brachten Kerzen, Lichter und Pfeifen mit, um auf sich mit einem hellen und lauten Demonstrationszug durch die Stadt aufmerksam zu machen. Occupy hatte heute weltweit dazu aufgerufen sich zu versammeln und ein Zeichen für mehr Demokratie zu setzen.
Der Demonstrationszug zog vom Anger mit einem kurzem Stopp an der Staatskanzlei bis vor das Rathaus. In den Redebeiträgen, an denen sich durch das offene Mikrofon alle BürgerInnen beteiligen konnten, wurde das Thema Demokratie in seiner ganzen Vielseitigkeit diskutiert. Insbesondere tagesaktuelle Probleme, wie die mangelnde Bürgerbeteiligung bei wesentlichen Fragen der europäischen Finanzkrise wurden thematisiert. Zudem wurde die Umgestaltung von Finanzwirtschaft und Sozialstaat gefordert sowie zu Solidarität mit unseren EU-MitbürgerInnen aufgerufen.

Die GJ und OB-Kandidatin Hoyer vor der Staatskanzlei

Aber auch dauerhafte globale Phänomene, wie die Spekulation auf Grundnahrungsmittel, die Armut und Hunger aktiv fördert, wurden nicht ausgeblendet, denn in einer lebendigen Demokratie sollte gerade den Ärmeren und Schwächeren eine Alternative gegeben werden, anstatt scheinbar alternativlos den Finanzmärkten nachzulaufen.

​Erfolgreiche Vortragsreihe zu Ende gegangen

Thomas Friemel erklärt das Prinzip „Social Business“

„Änder dich! – Was ändert sich?“ – Dieser Frage gingen insgesamt über 110 Interessierte an drei Abenden nach. Alles drehte sich in der gemeinsam mit Campusgrün organisierten Vortragsreihe darum, wie jedeR Einzelne dazu beitragen kann, unser Leben nachhaltiger zu gestalten. Spannende Diskussionen zu Themen wie Greenwashing oder wirtschaftlich orientierter Entwicklungszusammenarbeit entstanden mit Thomas Friemel, dem Gründer des Magazins „enorm“, der uns über Social Business informierte und zukunftsweisende Projekte vorstellte.

Rosa Wolf diskutiert mit den Gästen was Essen kosten darf

Von der Münchner Autorin Rosa Wolff erfuhren wir, wie es ihr erging, als sie sich einen Monat lang ausschließlich von Biolebensmitteln ernährte – mit 4,35 € pro Tag. (Für alle, die sich die entscheidende Frage stellen: Ja, sie hat es geschafft, allerdings nur unter erheblichen Anstrengungen.) Als Fazit nahmen wir aus dieser Veranstaltung mit, dass auch mit einem kleinen Geldbeutel einiges möglich ist, wenn man sich Prioritäten setzt.
Den Abschluss der Reihe bildete Katrin Göring-Eckardt mit dem Thema „Das GUTE Leben“. Mit der Bundestagsvizepräsidentin diskutierten wir darüber, wie im Zusammenspiel aus Politik und einem Sinneswandel in der Gesellschaft unser Leben nachhaltiger gestaltet werden kann. Hierbei wurde besonders deutlich, dass jedeR bei sich selbst anfangen sollte, dass damit allerdings noch nicht alles getan ist: Für den wirklichen Wandel braucht es politische Lösungen.

Änder dich! – Was ändert sich?

Gemeinsam mit der Hochschulgruppe Campusgrün möchten wir euch zu einer Vortrags- und Diskussionsreihe an der Uni einladen, für die wir spannende Gäste gewinnen konnten.
Die Frage wie wir unsere Wirtschaft sozialer, unser Handel ökologischer und unser Leben gesünder gestallten ist viel älter als die Grüne Jugend. Über dringend notwendige Lösungen und sinnlose Panikmache sprechen sicher viele von euch täglich mit Freunden oder lesen darüber in den Nachrichten.

Wir möchten uns gerne gemeinsam mit euch die Frage stellen, was jede/r Einzelne im Kleinen wie im Großen bewirken kann.
Dazu haben wir drei sehr unterschiedliche Gäste eingeladen, die, uns mit einem Referat, aus Ihrem Fachgebiet berichten möchten.
Den Anfang macht Thomas Friemel, Herausgeber des alternativen Wirtschaftsmagazins Enorm. Er beschäftigt sich bereits seit Jahren mit dem Thema Social Business, ein Geschäftsmodell dass durch den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus geprägt wurde und versucht unternehmerisches Handeln und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen.
Bio-Essen: Klar, wer das Geld hat! Für ihren Bestseller „Arm aber Bio“ hat Rosa Wolf versucht sich einen Monat lang ausschließlich von Bio-Lebensmitteln zu ernähren und das für 4,35 € am Tag, denn mehr sieht der Harz IV-Satz nicht vor. Über die Frage ob ökologische Landwirtschaft ein Modell für eine ganze Gesellschaft ist und was uns die Ernährung wert ist, möchten wir mit Rosa Wolf am 14. Juni sprechen.
Wie viel Wohlstand steckt im BIP? Abschließend begrüßen wir Katrin Göring-Eckardt, Präses der Evangelischen Kirche Deutschland und Vertreterin der Thüringer Grünen im Bundestag. Sie möchte mit uns diskutieren, was Wirtschaftswachstum im 21. Jahrhundert bedeuten kann.

Campusgrün und die Grüne Jugend freuen sich über euer Interesse, eure Fragen oder wenn ihr einfach nur mal rein schaut!

Kein Mensch ist illegal! Illegal wird man gemacht!

In Deutschland leben Schätzungen zufolge mindestens 500.000 llegale – also Menschen die über keine gültigen Papiere und kein Aufenthaltsrecht verfügen. Sie sind „unsichtbar“. Offiziell existieren sie nicht. Oftmals kommen diese Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen zu uns – auf der Flucht vor Gewalt und Armut. Auf der Suche nach einem besseren Leben. Sie arbeiten in Deutschland meist in Privathaushalten oder im Baugewerbe. Sie leben hier ohne medizinische Versorgung, ohne ein Recht auf Bildung und unter enormen psychischen Druck, immer mit der Angst entdeckt und abgeschoben zu werden. Solch ein Leben ist unmenschlich, dass wollte die Grüne Jugend Erfurt am 10. Dezember – dem Internationalen Tag der Menschenrechte – ins Bewusstsein der Erfurterinnen und Erfurter rücken.

Mit Schatten von Menschen vor dem Erfurter Hauptbahnhof

Mit lebensgroßen „Schattenbildern“ auf denen die Umrisse von drei „Papierlosen“ in typischen Berufen zu sehen waren, postierte sich die Grüne Jugend vor dem Erfurter Hauptbahnhof. Anhand eines Flyers wurden die Passantinnen und Passanten auf die Situation dieser Menschen aufmerksam gemacht und mit den Forderungen der Grünen Jugend konfrontiert:

  • Medizinische Grundversorgung für Papierlose
  • Schulbesuch und das Recht auf Bildung für Kinder ohne Papiere
  • Rechtsbeistand und Rechtsschutz auch für Illegale