Gegen das Vergessen!

Heute vor 43 Jahren spitzte sich die Situation zu: Auf dem Erfurter Anger versammelten sich 300 Personen zu einem rassistischen Mob, die mit Rufen wie „Aufhängen!“ ihr Ziel deutlich machten. Die algerischen Vertragsarbeiter suchten dabei Zuflucht in der Hauptpost und konnten nur durch das Einschreiten der Volkspolizei vor Schlimmeren bewahrt werden. Diese pogromartigen Ausschreitungen sind heute vergessen, weil die DDR-Behörden die Ereignisse vertuschten und auch nach der Wende nie wirkliche Aufarbeitung stattfand. Wir finden: Das Vergessen muss ein Ende haben – die Auseinandersetzung mit den dunklen Teilen unserer Stadtgeschichte ist notwendiger denn je!

Mehr Infos zum Thema findet ihr im Wikipedia-Artikel dazu, der vor wenigen Monaten erstellt wurde: https://de.wikipedia.org/wiki/Erfurter_Pogrome_1975

Plastic Attack in einem Erfurter Supermarkt

 

Am Freitag, den 8.6., führte die GRÜNE JUGEND Erfurt eine „Plastic Attack“ vor einem Erfurter Supermarkt durch. Daran beteiligt waren zahlreiche Aktivist*innen, unter Einbindung vieler einkaufender Personen. In dem inzwischen weltweit bekannten Format, packten die Teilnehmer*innen die Lebensmittel direkt nach dem Einkauf aus und sammelten den gesamten anfallenden Plastikmüll in einem Einkaufswagen. Die Aktion zielt darauf ab, den Verbraucher*innen und dem Lebensmitteleinzelhandel, die Masse der überflüssigen Plastikverpackungen zu verdeutlichen und sie verstärkt für das Thema zu sensibilisieren. Alleine im Juni finden in Europa und weltweit mehr als 60 solcher Flashmobs in Supermärkten statt. Die Wahl des Erfurter Supermarkts erfolgte rein zufällig, da sich die Aktion ausschließlich gegen die Umweltproblematik durch den Verpackungsmüll richtet.
Dazu Jasper Robeck, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Erfurt: „ Statt mit dem Plastikwahnsinn fortzufahren, der unseren Lebensraum zerstört, ist es an der Zeit sämtlichen überflüssigen Plastik aus unseren Supermarktregalen zu werfen. Niemand braucht Plastikverpackungen um Gemüse. Eine europaweite Plastiksteuer wäre ein erster Schritt das Problem zu lösen!“
Aus Sicht der GRÜNEN JUGEND, ist zudem die Umweltverschmutzung durch Plastik im Allgemeinen höchst bedenklich und veränderungsbedürftig: „In allen Bereichen verursacht unsere Gesellschaft überflüssigen Müll. So werden, trotz Alternativen, stündlich ca. 320.000 Einwegkaffeebecher weggeworfen. Auch durch Unmengen an Mikroplastik in Zahnpasta und Duschgels, belasten wir Mensch und Natur in unvorstellbarer Weise. Das ist untragbar!“ stellt Svenja Jacobs, (Organisatorin und) Beisitzerin im Vorstand der GRÜNEN JUGEND Erfurt, in diesem Zusammenhang klar.

Offener Brief von Camupsgrün – geschlechtsneutrale Toiletten auf dem Campus der Universität Erfurt

Erfurt, 22.05.2018

Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Bauer-Wabnegg,
sehr geehrter Herr Kanzler Dr. Brauns,
sehr geehrte Frau Vizepräsidentin für Studienangelegenheiten,
Gleichstellung und Diversität Prof. Dr. Möller,

da die Universität Erfurt zurzeit erfreulicherweise auf dem Weg ist,
ihr erstes Bauprojekt in Eigenregie zu starten, wenden wir uns heute
mit einem wichtigen Anliegen an Sie. Als Grüne Hochschulgruppe
CampusGrün liegt es uns am Herzen, dass unsere Hochschule ein Ort ist,
an dem alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht,
Behinderung, Religion, Weltanschauung, Alter oder sexueller Identität
sich wohlfühlen und gemeinsam lernen und arbeiten können. Hier leistet
die Universität Erfurt bereits an vielen Stellen gute Arbeit.
Hinsichtlich der Berücksichtigung geschlechtlicher Vielfalt bei
Baumaßnahmen können wir jedoch bei Betrachtung der bestehenden
Universitätsgebäude ein wichtiges Problem feststellen: die Toiletten
auf dem Campusgelände sind allesamt klar einem der binären
Geschlechter zugeordnet.

Doch an unserer Universität studieren und arbeiten nicht nur cis
Menschen, das heißt Menschen, bei denen das bei Geburt zugewiesene
Geschlecht mit ihrem tatsächlichen Geschlecht übereinstimmt. An
unserer Universität verbringen ebenso inter* und trans* Menschen einen
Großteil ihres Tages und wie bei den meisten Menschen führt auch bei
ihnen am Besuch einer öffentlichen Toilette kein Weg vorbei.
Binärgeschlechtliche Toiletten können hierbei oftmals nicht aufgesucht
werden, ohne dass die betreffenden Menschen sich unwohl fühlen,
Anfeindungen oder gar Gewalt ausgesetzt sind. Menschen sind
unterschiedlich und ebenso sind es ihre Erfahrungen, weshalb wir keine
vollständige Liste der Szenarien bieten können. Wir möchten hier nur
zwei Probleme ansprechen, um zu verdeutlichen, warum die Schaffung
geschlechtsneutraler Toiletten eine absolute Notwendigkeit darstellt.
Erstens ist es ein gesellschaftlicher Fakt, dass nicht alle Menschen
männlich oder weiblich sind. Die Welt ist bunt und vielfältig, und
ebenso ist es unsere Universität. Doch leider wird Menschen, die weder
männlich noch weiblich sind, hier keine Toilette geboten, die sie mit
gutem Gefühl und ohne sich selbst zu verleugnen aufsuchen können.
Zweitens stimmt das eigene Geschlecht häufig nicht mit dem von anderen
wahrgenommenen Geschlecht überein. Ein Transmann beispielsweise, der
noch keinerlei körperliche Angleichungen hat vornehmen lassen, dies
vielleicht auch nicht anstrebt, oder sich noch im Anfangsstadium
dieser befindet, kann von anderen Menschen regelmäßig als Frau
wahrgenommen werden. An der Universität Erfurt wird er gezwungen, sich
für eine der vorhandenen Toiletten zu entscheiden. In beiden Toiletten
läuft er hierbei Gefahr, dass andere Menschen ihn versuchen darauf
hinzuweisen, dass er sich auf der (vermeintlich) falschen Toilette
befindet. Im schlimmsten Fall kann er beschimpft werden oder andere
könnten versuchen, ihn gewaltsam aus der Toilette zu entfernen. Hinzu
kommen Stress bei der Wahl der Toilette sowie die Angst, dass eine der
genannten Fälle eintritt.

Wir möchten eine Universität, an der jede*r ohne Angst zur Toilette
gehen kann. Der erste Schritt hierzu ist, in dem neu geplanten Gebäude
von vorne herein auch geschlechtsneutrale Toiletten mit einzuplanen.
Doch auch in den bereits bestehenden Gebäuden sind durch einfache
Maßnahmen große Verbesserungen der Situation möglich. So könnte
beispielsweise in jedem der Lehrgebäude eine der bestehenden Toiletten
mit Kabinen umgewidmet und als geschlechtsneutrale Toilette
ausgezeichnet werden. Die übrigen Herren- sowie Damentoiletten würden
weiter bestehen und könnten von allen Menschen, die sich dort sicher
und gut aufgehoben fühlen, wie bisher genutzt werden. Eine zusätzliche
geschlechtsneutrale Toilette bietet eine ergänzende Alternative für
alle Menschen.

Wir fordern Sie dazu auf, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, und
sich damit auf den Weg hin zu einer Universität zu begeben, an der
geschlechtliche Vielfalt gelebt und akzeptiert werden kann.
Geschlechtsneutrale Toiletten lösen nicht alle Probleme, aber sie sind
ein wichtiger Schritt, um inter* und trans* Personen das Leben an der
Universität Erfurt etwas leichter zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Hochschulgruppe CampusGrün

Flussputz 2018

Am Samstag befreite die GRÜNE JUGEND Erfurt in Zusammenarbeit mit der Naturfreundejugend Erfurt die Ufer der Gera vom Müll – nach einem Jahr hat sich dort nämlich so einiges angesammelt. Mit vielen Helfenden auch vom Team Abendsprung&Freunde war der diesjährige Flussputz ein voller Erfolg.

Start für den “Flussputz” war um 11 Uhr am Gera-Flutgraben auf Höhe des Schmidtstedter Knotens. Neben praktischem Umweltschutz wollen die beiden Organisationen dabei auch ein politisches Statement setzen: Mit strengeren Regelungen für die Verwendung von Plastik, z.B. dem Verbot von dünnen Plastiktüten, würde wesentlich weniger Müll in unsere Ökosysteme gelangen.

“Der Flussputz ist wichtig, weil scharfe und spitze Gegenstände sowie Plastikteilchen, die verschluckt werden können, eine echte Gefahr für die Tiere an unseren Ufern darstellen. Aber weder wir als Ehrenamtliche, noch die Stadt Erfurt haben die Ressourcen alle Grünflächen und Gewässer dauerhaft vom Müll zu befreien. Hier muss mit strengeren Regeln für den Umweltschutz an der Wurzel des Müll-Problems angesetzt werden!” sagt dazu Clara Winkler, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Erfurt.

Fotos: Laura Wahl

Protest gegen rechtsextreme Hetze in Erfurt

Am heutigen Sonntag den 28.01. veranstaltete die AfD Thüringen auf dem Erfurter Domplatz eine Demonstration, die sich gegen das Recht auf Familiennachzug von anerkannten Asylsuchenden richtete. Die anwesenden Redner*innen sprachen sich außerdem gegen den genehmigten Moscheebau in Marbach (Erfurt) aus.
Dabei blieben die ca. 2500 Demonstrant*innen der AfD auf dem Domplatz nicht allein: Hinter dem Aufruf des „Auf die Plätze“-Bündnis zur Gegendemo versammelten sich zahlreiche Organisationen, die für das Recht auf freie Religionsausübung und eine humane Asylpolitik auf die Straße gingen. Insgesamt gab es ca. 700 Gegendemonstrant*innen.

Unter Ihnen auch die GRÜNE JUGEND, die schon im Vorfeld für die Gegendemonstration mobilisierte.
Dazu Jasper Robeck, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Erfurt: „Wenn die AfD von der „Verteidigung des Sozialstaates“ redet, versucht sie ihn Wahrheit nur Arme gegen Schutzsuchende auszuspielen. Dieser gesellschaftlichen Spaltung treten wir als Erfurter Zivilgesellschaft entgegen und streiten für eine solidarische Politik gegenüber Flüchtenden und Lohnabhängigen gleichermaßen.“

Fabian Gabriel, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Thüringen weiter: „Das war Anfang 2018 leider nicht die letzte rechtsextreme Demonstration in Thüringen. Die Nazis von „die Rechte“ werden am 3. Februar in Weimar und die vom „Dritten Weg“ am 17. Februar in Nordhausen ihre Hetze verbreiten. Auch hier ist die Zivilgesellschaft mehr denn ja gefragt, diese Menschenfeindlichkeit nicht unwidersprochen zu lassen – Thüringen darf nicht weiter zur Nazihochburg werden!“