Im Rahmen ihrer Rede vor dem „Stockachener Narrengericht“ äußerte sich
die CDU Bundesvorsitzende Kramp-Karrenbauer abwertend gegenüber
intergeschlechtlichen Personen, indem sie sie Männer nannte, „die nicht
mehr wissen ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen
müssen“. Es ist nur eine vieler problematischer Äußerungen innerhalb
dieser Rede, doch symptomatisch für eine Gesellschaft, die die Forderung
nach geschlechtsneutralen Toiletten lieber als lächerlich darstellt,
anstatt sich ernsthaft mit den Belangen von trans und inter Menschen
auseinander zu setzen.

Dazu Jasper Robeck, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Erfurt: „Im Jahr 2019,
nicht einmal ein halbes Jahr nach der gesetzlichen Anerkennung
geschlechtlicher Vielfalt mittels eines dritten Geschlechtseintrags,
scheint selbst die Vorsitzende einer Regierungspartei immer noch nicht
den Kern des Problems erfasst zu haben. Es geht nicht darum, dass aus
heiterem Himmel plötzlich ein vermeintlich drittes Geschlecht existiert,
das extra Toiletten benötige. Ziel ist es, wie schon Jahre bevor sich
die Bundesregierung auf Druck des Bundesverfassungsgerichtes mit der
Problematik der binären Geschlechtseinträge auseinander setzen musste,
dass durch Toiletten, die für alle da sind, der Alltag vieler inter- und
trans Personen erleichtert und so Diskriminierung entgegen gewirkt
werden soll .“

Auch in ihrer Rede selbst spricht sie von Toiletten für das „dritte
Geschlecht“, jedoch spielt sie damit eigentlich auf geschlechtsneutrale
Toiletten an. Hier offenbart sich ein entscheidener Fehler, denn
geschlechtsneutrale Toiletten sind für alle zugänglich und kommen allen
zugute. Des weiteren haben gar nicht alle intergeschlechtlichen Personen
Bedarf an den Toiletten. Jedoch kommen die Toiletten vielen inter- aber
darüber hinaus auch trans Personen zugute, da sie sich damit nicht für
eine Toilette entscheiden müssen. Damit entfallen unangenehme Fragen
oder Anfeindungen aufgrund der Entscheidung für eine vermeintlich
falsche Toilette. Das schafft ein Klima der Akzeptanz.

Marieke Petersen, Sprecherin von CAMPUSGRÜN, ergänzt: „Auch unsere
Forderung nach geschlechtsneutralen Toiletten auf dem Campus der Uni
Erfurt ist kein Witz, sondern ein entschiedener Schritt hin zu mehr
Sicherheit im Alltag vieler Menschen. Wir lassen uns nicht mit gutem
Willen abspeisen, sondern beharren darauf das die Uni pro Gebäude eine
geschlechtsneutrale Toilette zur Verfügung stellt um Diskriminierung
inter- und trans Personen gegen zu wirken.“

„Wir müssen mehr machen um inter- und trans Personen den Alltag zu
erleichtern. Ein erster Schritt sind geschlechtsneutrale Toiletten in
der Stadt, zugänglich für alle Erfurter*innen. Die kommenden
Kommunalwahlen sind die Chance, dass Engagement für mehr Akzeptanz und
Unterstützung von LGBTIQ* generell auszubauen. So kämpfen wir ergänzend
für ein queeres Zentrum in Erfurt“, fügt, GRÜNE JUGEND Spitzenkandidatin
für den Stadtrat, Leonie Freitag hinzu.