Mit der kürzlichen Veröffentlichung des Referentenentwurfs der Bundesregierung zur BAföG-Novelle nimmt die Debatte über die Regelungen wieder Fahrt auf. Auch für die Thüringer Studierenden ist die Novellierung ein Thema, denn auch wenn viele Studierende z.B. von der Erhöhung des BAföG-Satzes profitieren, bleibt die Reform mangelhaft. Innerhalb von vier Jahren sind bundesweit 180.000 Studierende aus dem BAföG gefallen. Hier in Thüringen sank die Förderzahl von 2017 auf 2018  um 25 Prozent wie die Thüringer Allgemeine  am 30. Januar unter Berufung auf den Abteilungsleiter des Studierendenwerkes Thüringen für Studienfinanzierung berichtete. Dem wirkt die Reform nur ungenügend entgegen. Auch bessert die Reform die Hauptbaustelle die Wohnkosten nur kurzfristig aus. Der Verzicht die Wohnkosten wohnortabhänig auszuzahlen sorgt dafür, das in 2 -3 Jahren die Pauschale nicht mehr ausreicht.

Die Hochschulgruppe Campusgrün erneuert daher ihre Forderung nach einem “BAföG für Alle“. Es braucht ein “BAföG für alle“ um endlich wieder von echter Chancengleichheit an deutschen Unis sprechen zu können. Die Idee in Kürze zusammengefasst beinhaltet an alle Studierenden BAföG auszuzahlen, um Hürden zu nehmen und allen jungen Menschen ein selbstbestimmtes Studium zu ermöglichen. Die Finanzierung erfolgt durch die Umlegung auf Steuereinnahmen. Da eh eine Unterhaltspflicht für Eltern bestände, entsteht durch den Vorschlag erst mal keine steuerliche Mehrbelastung für die Gesellschaft. Jedoch kann der Staat unbürokratisch weniger wohlhabende Eltern entlasten. Dabei können auch kinderlose Bürger*innen zur Kasse gebeten werden, da diese über den Generationenvertrag in der Rente schließlich von guter Ausbildung und Finanzierung der Studierenden profitieren.

Dazu Marieke Petersen, Sprecherin von Campsugrün: „Die Reform ist gut und notwendig, geht aber nicht gegen die sinkende Zahl Geförderter nicht an. Viele Studierende hätten die Unterstützung nötig, um selbstbestimmt studieren zu können. Die Elternfreibeträge sind zu niedrig. Nicht alle Eltern können ihre Kinder auf BAföG-Niveau unterstützen. Durch das “BAföG für Alle!“-Modell bekommen alle Studierenden das BAföG Mindestmaß –alles andere ist ungerecht!“

Jasper Robeck, Sprecher von Campusgrün, bekräftigt die Forderung: Klar klingt “BAföG für alle“ erst mal utopisch, aber damit alle Studierenden selbstbestimmt studieren können, brauchen wir eine mutige Reform. Das Modell krempelt die Konflikte um die Studienwahl, -tempo und -finanzierung um. Wenn die Abhängigkeit von den Eltern wegfällt, kann man eben einfacher nach seinen eigenen Interessen studieren oder auch mal schlechte Zensuren holen, weil man in dem Semester viel ehrenamtlich aktiv war. Davon profitiert die ganze Gesellschaft.“