Am 28. April 1986 wurde der ganzen Welt vor Augen geführt, was für fatale Folgen die Nutzung der Atomkraft mit sich bringt. Denn vor 31 Jahren ereignete sich die Atom-Katastrophe von Tschernobyl​ und nahm bis heute ca 4000 Menschen das Leben. Diese und alle anderen Opfer der Atomkraft dürfen nicht in Vergessenheit geraten, die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht wiederholt werden!
Deswegen rufen wir als Anti-Atom Bündnis Erfurt zur Tschernobyl-Mahnmache am 28.04. um 18 Uhr auf dem Anger auf. Gemeinsam müssen wir klar machen: Nur das Risiko ist sicher!

Denn während Deutschland durch massiven zivilgesellschaftlichen Druck den Atom-Ausstieg beschlossen hat, ist weltweit keine baldige Abkehr von der Atomkraft in Sicht. Neben autoritären Regimen setzen auch innerhalb der Europäischen Union Staaten weiter auf Atomkraft und ziehen wie z.B. Frankreich neue Atommeiler hoch. Damit wird nicht nur immer weiter massig Atommüll produziert, für den bis heute keine Lösung gefunden ist, auch steigt das Nukleare Risiko ständig an. Dabei ist klar, dass Strahlung nicht an Staatsgrenzen halt macht und ein Super-GAU ganz Europa betreffen würde!
Gefördert wird die Atomindustrie maßgeblich durch die Europäische Atomgemeinschaft (EAG), in der auch Deutschland Mitglied ist. Hier muss die Bundesregierung endlich ihr politisches Gewicht nutzen und den Prozess zur Auflösung der EAG anstoßen. Wenn das nicht klappt ist ein Ausstieg absolut möglich: Die EAG existiert unabhängig von der Europäischen Union.

Dazu Yasemin Noyan, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Erfurt: „Es ist wichtig, an die vielen Opfer der Atomkraft zu erinnern. Gleichzeitig müssen wir aus der Vergangenheit lernen und den weltweiten Atomausstieg vorantreiben. Hier muss Deutschland sein politisches Gewicht nutzen, um für die Auflösung der Europäischen Atomgemeinschaft zu streiten!“
„Wir finden es unverständlich, dass die Bundesregierung deutsche Exporte von Brennelementen an den belgischen Schrottmeiler Tihange genehmigt. Hier muss jede Möglichkeit ergriffen werden, um Sicherheit zu gewährleisten, statt das nukleare Risiko zu erhöhen!“ macht Robert Berdnarsky, Vorsitzender des BUND Erfurt, klar.
Wolfgang Müßigmann von der Offenen Arbeit ergänzt abschließend: „Bei aktuellen politischen Debatten vergessen wir schnell die Dringlichkeit des nuklearen Problems. Während sich immer mehr Atommüll anhäuft, machen ständige Zwischenfälle in vielen europäischen AKWs die gefährliche Lage deutlich. Wir dürfen nicht vergessen: Nur das Risiko ist sicher!“