Bericht „Zero-Waste-Workshop“ bei „Louise genießt – Unverpackte Lebensart“

Am Montag, dem 06.03.2017, war die Grüne Jugend Erfurt zu Gast bei „Louise genießt – Unverpackte Lebensart“, dem ersten Unverpackt-Laden in Thüringen. Besitzerin Claudia Schmeißer veranstaltete einen Zero-Waste-Workshop.

Nach einer Vorstellungsrunde, in der jeder seine eigenen Erfahrungen und seinen Wissensstand zu der Thematik „Zero-Waste“ preisgeben konnte, begann der Workshop mit einem kurzen theoretischen Input. Zu Beginn durften wir an einem Quiz teilnehmen und so unser Wissen überprüfen. Fragen wie zum Beispiel „Wie lange dauert der Abbau einer Plastikflasche im Meer?“ (Antwort: 450 (!) Jahre) oder „Wieviel Kilo werden an Lebensmittel pro Kopf im Jahr einfach weggeschmissen?“ (Antwort: 80 kg (zwei volle Einkaufswagen), wovon circa 2/3 vermeidbar wären) waren Teil des Quiz.

„Zero-Waste“ ist ein offenes und dynamisches Thema und meint im allgemeinen den Verzicht auf Verpackungsmaterialien. Dabei steckt hinter dem Begriff eine eigene und achtsame Philosophie eines minimalistischen Lebensstils, bei dem man so natürlich wie möglich lebt. Neben dem Gesundheitsaspekt steht eine Verringerung des Konsums und damit eine Verbesserung der Ökobilanz im Mittelpunkt. Zu beachten sind die fünf Grundprinzipien, die fünf R’s (Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot).

Für eine erfolgreiche Umsetzung sei „die richtige Vorbereitung die halbe Miete“. Um den Lebensstil in den Alltag zu integrieren, ist es nötig Einkäufe und Erledigungen bereits im Voraus ausreichend zu planen. Beispielsweise ist es für den Transport der Einkäufe nötig, die richtigen Gefäße (Gläser oder Stoffbeutel) bei der Hand zu haben. Selbstdisziplin ist bei der Vermeidung von Impulseinkäufen gefordert. Hierbei erstandene Lebensmittel werden oftmals nicht verzehrt und landen letztendlich im Müll. Auch im Alltag sollte man eher auf Mehrwegbecher für Kaffee und Tee und Mehrwegflaschen für Wasser setzen. Viele Cafés sind bereits darauf eingestellt und füllen einem gerne die Getränke in die mitgebrachten Becher ab. Beim Kauf von Kleidung oder elektronischen Geräten empfiehlt sich Secondhand als Zero-Waste-Alternative. Mittlerweile gibt es zahlreiche Plattformen im Internet, auf denen man sicher und einfach Dinge kaufen und verkaufen kann. Durch die Ausnutzung der maximalen Nutzungsdauer von Gebrauchsgütern lässt sich so viel Geld sparen.

Im Anschluss an den Vortrag konnten wir dann selbst aktiv werden. Dabei standen uns drei Stationen mit netten Helfer*innen zur Auswahl. An der ersten Station konnten wir Kosmetikprodukte wie Mundspülung, Körperpeeling oder Trockenshampoo herstellen. Haushaltsprodukte, wie selbstgefaltete Biomülltüten aus Zeitungspapier oder Allzweckreiniger, standen bei Station Nummer Zwei im Mittelpunkt. An der dritten Station konnte man seine Kochkünste unter Beweis stellen und ein Gericht aus Nudeln und Pesto zaubern.

Es war ein sehr informativer und interaktiver Abend, der einem neue Möglichkeiten und Denkanstöße mit auf den Weg gegeben hat. Jedoch sollte man sich vergegenwärtigen, dass eine Umstellung auf „Zero-Waste“ nicht von jetzt auf gleich erfolgen kann. Vielmehr ist es ein Prozess bei dem jeder seinen persönlichen Weg finden muss. Doch jeder kleine Schritt auf diesem Weg ist einer in die richtige Richtung.

 

 

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