Die Grüne Jugend Erfurt sieht sich durch die Entscheidung der EU-Kommission, Subventionen für kleine Flughäfen wie den Erfurter zu beschränken, in ihrer Forderung nach einem Abschied vom Internationalen Flughafen Erfurt-Weimar bestätigt.

Der Subventionswettbewerb zwischen Regionen mit kleinen Flughäfen, verschlingt Jahr für Jahr Millionen an Steuergeldern und hilft niemanden!“ sagt Sven Hillebrand, Sprecher der Grünen Jugend Erfurt.

Leeres Rollfeld am Flughafen Erfurt-Weimar [Foto: Philipp]

Leeres Rollfeld am Flughafen Erfurt-Weimar [Foto: Philipp]

Die Subventionen für den Flugverkehr sind weder ökologisch noch volkswirtschaftlich sinnvoll. Im letzten Jahr nutzten nur rund 215.000 Fluggäste den Flughafen Erfurt-Weimar – in derselben Zeit wurden am Frankfurter Flughafen nahezu 60 Millionen Passagiere gezählt. Für einen rentablen Betrieb am Standort Erfurt wäre ein Vielfaches an Flugbewegungen nötig, die jedoch weiterhin nicht in Sicht sind. Bei einem Landeszuschuss von rund 3,8 Millionen Euro jährlich wird jeder Fluggast mit über 17 Euro gefördert. Geld, das anderswo besser angelegt wäre. So würden beispielsweise sehr viel mehr Thüringerinnen und Thüringer profitieren, würde das Geld in den öffentlichen Personennahverkehr investiert werden. Zudem ist Mittelthüringen auch ohne eigenen Flughafen gut angebunden! Mit der Fertigstellung der ICE-Trasse Halle/Leipzig-Erfurt im kommenden Jahr wird der mitteldeutsche Flughafen Halle/Leipzig in weniger als einer Stunde erreichbar sein und auch der Frankfurter Flughafen ist mit dem Zug bequem in 2,5 Stunden zu erreichen.

Ein Nutzen für die regionale Wirtschaft ist nicht erkennbar. Die Mitarbeiter des Flughafens werden aus Steuern bezahlt. Rund um den Flughafen hat sich leider kaum luftfrachtaffines Gewerbe angesiedelt und Geschäftsreisenden nützen die Charterflüge auf die Kanaren oder nach Antalya reichlich wenig.“, so Hillebrand weiter.

Das Fazit der Grünen Jugend Erfurt: Der Flughafen Erfurt-Weimar, der das Land Thüringen seit 1990 mehr als 230 Millionen Euro kostete, war von Anfang an eine Fehlinvestition. Der Standort sei von Fluggesellschaften und Passagieren nie wirklich akzeptiert worden. Die neuen Vorgaben der EU-Kommission hält Sprecher Sven Hillebrand deshalb für eine gute Gelegenheit, um den bisherigen Kurs der Landesregierung zu revidieren. Auf das Problem der unzulässigen Wettbewerbsverzerrung habe die Grüne Jugend Erfurt bereits 2011 in einem Positionspapier zum Erfurter Flughafen hingewiesen. „Wir brauchen für den Flughafen ohne Zukunft unbedingt ein sinnvolles Ausstiegskonzept, bevor er in zehn Jahren eine harte Landung hinlegen muss“, betont Hillebrand abschließend.

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Hintergrund sind die letzte Woche bekannt gewordenen neuen Leitlinien der EU-Kommission, die ab 2024 gelten sollen. Diese sehen vor, dass Flughäfen mit weniger als 3 Millionen Passagieren pro Jahr, keine Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln mehr erhalten dürfen und sich somit finanziell selbst tragen müssen.

Das vollständige Positionspapier der Grünen Jugend Erfurt zum Flughafen Erfurt-Weimar finden sie hier.