IMG_5506Am 22. September sind alle Bundesbürger*innen zur Bundestagswahl aufgerufen, die bereits 18 Jahre alt sind. Am 12. September waren jedoch die unter 18-jährigen Erfurter Schülerinnen und Schüler gefragt, die sich bereits für die große Politik interessieren und sie besser verstehen wollen. Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V. veranstaltete in dieser Woche wieder die U18-Wahl im Ateliertheater.

Nachdem die Kids sich in den vergangen Tagen damit beschäftigt haben, wer, warum für was, wie gewählt wird, konnten sie auch gleich ihre eigenen Wahlurnen entwerfen. Die Ergebnisse waren keineswegs grau, sondern sehr bunt bis hin zu abstrakt. Natürlich durften die Wahlurnen auch zum Einsatz kommen. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich zwischen einer ganzen Reihe von Parteien entscheiden, ganz wie „die Großen“ am 22. September. Um besser zu verstehen welche Partei sich für welche Ziele stark macht, waren die Vertreter von sechs politischen Jugendorganisation gekommen, um den Kids 90 Minuten lang Rede und Antwort zu stehen. Für die Grüne Jugend saß Martin van Elten auf dem Podium. Martin ist nicht nur seit vielen Jahren in der Grünen Jugend Thüringen engagiert, sondern tritt auch zur Bundestagswahl auf Platz vier der Thüringer Landesliste von Bündnis90/Die Grünen an.

Nach kurzem Zögern taute das Eis und die Schülerinnen und Schüler wollten wissen, was man gegen Arbeitslosigkeit und schlechte Löhne tun kann, warum man sich in Deutschland für eine Staatsbürgerschaft entscheiden muss und warum so viele Lehrer in ihrer Schule fehlen, dass ständig Unterricht ausfallen muss.

Die Diskussionen zwischen den Jungpolitikern ging dabei deutlich gesitteter zu, als so manche Sonntagabend-Talkshow. So betonte Martin zum Beispiel die Notwendigkeit eines gesetzlichen Mindestlohns, der nicht nur allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Einkommen sichern soll, von den man auch leben kann, sondern Angestellten etwa bei Lohnverhandlungen mehr Sicherheit bietet und Wettbewerb allein durch Dumpinglöhne verhindert. Gerade die Vertreter der Grünen Jugend, der Linksjugend, den Jusos und den Jungen Piraten standen hier mit ihren Vorstellungen eng beieinander. Alle Teilnehmer mussten aber auch feststellen, wie schwer es ist ihre Ziele und die oft komplexen Themen verständlich zu vermitteln. Waren die Antworten zu unklar, unverständlich oder zu abschweifend, zogen die Schülerinnen und Schüler ihre roten Karten um einzuschreiten.

Eine Frage der U18-Wähler*innen schien bisher noch mit keinem Parteiprogramm zu beantworten zu sein. Was tun, gegen das drittklassige Spiel des RWE und des Ostfußballs? Nach zahlreichen Solidaritätsbekundungen für einzelne Vereine, waren sich die Jungpolitiker aber einige, dass besser die Trainer über das Geschick einzelner Vereine entscheiden als Politiker. Dennoch betonte auch Martin, dass er den großen Stadionneubauten in Erfurt und Jena skeptisch gegenübersteht und lieber mehr Geld im Breitensport und Bolzplätzen investieren würde.

Nach Abschluss der Diskussion meinte Martin: „Das Ergebnis der Wahl ist noch unbekannt, aber es hat viel Spaß gemacht sich den Fragen der Schülerinnen und Schülern zu stellen und mit anderen jungen politischen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich hoffe wir konnten heute gemeinsam einige Schülerinnen und Schüler für die Politik begeistern und sehen sie vielleicht bald in der einen oder anderen politischen Jugendorganisation wieder. Dort kann man nämlich schon unter 18 Jahren sehr aktiv werden!“