Für einen starken Umweltverbund in Erfurt!

Mit lauten Fahrradklingeln und Transparenten wie “Grün für Radverkehr” und “Unsere Räder wollen rollen” zogen Mitglieder der Grünen Jugend aus ganz Thüringen und weitere UnterstützerInnen aus dem ADFC am Samstagnachmittag vom Domplatz über den Anger bis zum Hauptbahnhof.
Erfurterinnen und Erfurter nutzen immer häufiger die Vorteile des Radverkehrs, im Sommer ebenso wie in der Adventszeit. So konnte die Stadt mittlerweile zum bundesweiten Schnitt von rund zehn Prozent Radfahrten anteilig an allen Wegen aufschließen. Dabei bewegt sich Erfurt im Vergleich mit Städten ähnlicher Größe und Topografie jedoch immer noch im unteren Bereich.
Eva, Sprecherin der Grünen Jugend Erfurt, äußert sich dazu wie folgt:
Viele Erfurterinnen und Erfurter nutzen gerne die kurzen Wege in der Stadt per pedes oder fahren mit der Stadtbahn, die bundesweit keinen Vergleich scheuen muss. Nur das schlecht ausgebaute Radwegenetz und die Verbotsregelungen im Innenstadtbereich verhindern eine Vergrößerung des Anteils klimafreundlicher Fortbewegungsmittel. Wer selbst in Erfurt Rad fährt – oder dies versucht – weiß, dass von der tagsüber gesperrten Fußgängerzone bis zu oftmals nicht vorhandenen Radwegen ein großes Spektrum an Problemen existiert. Die Stadt sollte ihre guten Vorraussetzungen nutzen, Barrieren abbauen und Straßenbaumittel zu Gunsten der Radwege umverteilen! Erfurt hat so die Möglichkeit, eine deutschlandweite Spitzenposition im Umweltverbund einzunehmen.

Räder wollen Rollen,
auch im Bahnhofstunnel

 Exemplarisch für die Ungleichberechtigung steht die Bahnhofsunterführung, in der seit mehreren Monaten RadfahrerInnen, zu Gunsten aller anderen VerkehrsteilnehmerInnen, eine Durchfahrt verboten ist. Das Fahrverbot führt zu dem Paradox, dass Erfurt das einzige Fahrradparkhaus ohne Radweganschluss besitzt, sowie zur Unterbrechung zweier Radfernwege.
Die Grüne Jugend fordert die Aufhebung des Radfahrverbotes in der Bahnhofsunterführung und die Freigabe der Fahrspuren. Dies empfiehlt auch eine vom Institut für Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt durchgeführte Studie, welche leider von der Stadt – die selbst die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte – nicht umgesetzt wurde. Dies würde nicht nur den RadfahrerInnen zu Gute kommen, sondern auch die Sicherheit im Bahnhofsbereich verbessern, da der Radverkehr gezielter durch den Tunnel geleitet würde.
Die Fahrraddemo führte im Trubel des Weihnachtsmarktes zu spontanem Beifall und Zustimmung der meisten PassantInnen.