Eine gute Demo fängt schon am Vortag mit Transparent-Basteln an. Daher wurde am Freitagnachmittag in der Landesgeschäftsstelle der Grünen ein „revolutionäres“ Plakat angefertigt.

GJler aus Südthüringen und Erfurt vor dem Bundestag

Samstagmorgen, 6:45 Uhr, bewaffnet mit Transparent, Megafon und Gitarre, trafen sich die drei eifrigen Erfurter Demonstranten aus der GJ auf dem Willy-Brandt-Platz, u.a. mit Landessprecherin Madeleine Henfling und zwei Mitstreiter der GJ-Südthüringen. Schon im ersten Zug (allesamt Regionalbahnen) wurde klar, dass wir nicht die einzigen aus Erfurt waren, die in Berlin das Regierungsviertel umzingeln wollten. Im zweiten Zug sangen wir bereits vereint mit anderen Demonstranten von überall her lautstark „Kampfeslieder“ von den Ärzten und Anderen. So eine gute Stimmung hätten wir im ICE sicher nicht gehabt.
Im Berliner Hauptbahnhof angekommen, war der Trubel groß. Wir stimmten Sprechchöre an: „Revolution! Revolution! Atomstrom ist keine Revolution! …“ In dem Bewusstsein, dass wir für die gute Sache kämpfen, ging es nach draußen, wo sich immer mehr Menschen sammelten. The Bots, eine alte Anti-AKW-Band, spielte vor dem Start des Demozuges und heizte uns für den heißen Herbst ein.
Der Demozug ging nur langsam los, weil so viele Leute gekommen waren. Die Gruppe der GJE und GJ-Südthüringen zog mit dem GRÜNEN Lauti-Wagen los. Bei der FDP-Zentrale entlud sich der Unmut der Demonstranten: „Vier Komma Neun Prozent! Nie mehr ins Parlament!“ … war lautstark zu hören. Rund um das Regierungsviertel waren bereits so viele Menschen aufgestellt, dass es kein Durchkommen, bis zum geplanten Umzingelungskreis, mehr gab und die Sitzblockade kurzerhand von uns auf Ort und Stelle durchgeführt wurde.
Es waren weit über 100.000 Demonstranten versammelt so dass die Polizei letztlich doch die Wiese vor dem Reichstagsgebäude freigeben musste. So kamen wir schlussendlich bis auf die Treppen des Reichstagsgebäudes, um das Plakat zu präsentieren und in Sprechchöre einzustimmen.
Als wir den Heimweg antraten, waren wir stolz darauf, Teil einer so großen Sache gewesen zu sein.