Bericht in der TLZ und TA zur GJ-Aktion

Angereist waren sie per Anhalter: Fünf junggrüne Mitglieder aus verschiedenen Orten Deutschlands machten auf ihrer „Tramptour“ durch verschiedene Grüne Jugend-Landesverbände und Regionalgruppen auch Halt bei der GJ Erfurt. Kaum angekommen, begannen „Auswärtige“ und Erfurter gemeinsam ihrer geballten Kreativität freien Lauf zu lassen. Bettlaken wurden mit Slogans zu lokalen und globalen Themen beschriftet und in der Innenstadt aufgehängt, wo sie PassantInnen aufrütteln und zum Nachdenken anregen sollten. So wurde z.B. beim für die Durchfahrt von Fahrrädern gesperrten Bahnhofstunnel „Freie Fahrt für mein Rad“ plakatiert.

Der zweite „Tramptour“-Tag in Erfurt stand ganz unter dem Motto unserer Aktion gegen den Wehrdienst. Gemeinsam mit Dieter Lauinger wollten wir in der aktuellen Wehrpflicht-Debatte ein Zeichen für die Grüne Position zu diesem Thema setzen. Große Aufmerksamkeit erzielten wir mit unserem Protest auf dem Fischmarkt vor allem deshalb, weil dieser nicht nur aus dem bloßen Verteilen von Flyern bestand. Mit Gedichten und Musik, Jonglierkunst und Tanz wurde die Aktion zu einem „Happening“, das gute Stimmung erzeugte.
Flyer „10 Gründe gegen Wehrpflicht“

Im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern und beim Verteilen unserer Flyer mit zehn Gründen gegen die Wehrpflicht wurde deutlich, dass viele Menschen unsere Meinung teilen: Der Wehrdienst als überholtes Relikt aus dem Kalten Krieg ist nicht nur ein unnötiger Kostenfaktor, sondern vor allem in der derzeitigen Einberufungspraxis ungerecht und ein unangemessener Eingriff in die Freiheit junger Männer. Durch die Verkürzung der Dienstzeit auf sechs Monate sind nicht nur Wehrdienstleistende für militärische Einsätze ungeeigneter denn je, sondern auch Zivildienstleistende nicht mehr sinnvoll einsetzbar. Da der militärische Zwangsdienst laut Verfassung sicherheitspolitisch begründet werden muss, kann es nur eine Schlussfolgerung geben: Die Wehrpflicht muss abgeschafft werden. Statt des Zivildienstes sollten die verschiedenen Freiwilligendienste qualitativ gestärkt und reguläre Arbeitsplätze geschaffen werden.