Flussputz Gera-Flutgraben

Auch in diesem Jahr wollen wir die Ufer der Gera wieder vom Müll befreien, der sich dort im Laufe des Jahres angesammelt hat. Neben praktischem Umweltschutz setzen wir so auch ein politisches Statement und möchten alle Menschen in Erfurt darauf aufmerksam machem, dass die Grünflächen und Gewässer Erfurts keine Müllflächen sind!

Sei dabei und hab Spaß am 24.09 ab 15 Uhr am Johannisufer (Karte).

Jede*r interessierte Helfer*in ist gerne gesehen.
Für einen Container und ausreicheind Müllsäcke ist gesorgt.

Handschuhe und passende Kleidung sind zu empfehlen.

Wir freuen uns auf eure Unterstützung!
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Bericht vom IDAHIT* 2016

IDAHIT

Der 17. Mai wird weltweit als Internationaler Tag gegen die Diskriminierung von homosexuellen, intergeschlechtlichen und trans* Personen oder kurz IDAHIT* begangen. Das Datum erinnert an die Streichung von Homosexualität aus dem Krankheitskatalog der WHO am 17. Mai 1990. Allerdings gibt es auch heute immer noch nicht die gleichen Rechte für Personen abseits der Heteronormativität. Deshalb wollten wir Flagge zeigen und veranstalteten eine Kundgebung auf dem Anger Kreuz. Unterstützung gab es von der Hochschulgruppe Queerfurt und Zwanglos, einer Selbsthilfegruppe von Inter & Trans*Personen. Mit Flyern und tollen Aufklebern machten wir die zahlreichen Passant*innen auf dieses Thema aufmerksam.

Im ersten Redebeitrag machte Fabian auf die prekäre Rechtslage für Betroffene im Transsexuellengesetz aufmerksam. Trans* und Inter*personen müssen immernoch erniedrigende Verfahren über sich gehen lassen um ihren Personenstand zu ändern.

Danach sprach Torben von Queerfurt über aktuellen faschistischen Rollback, der die bestehenden LGBTIQ* Rechte akut bedroht, Diskriminierung fördert und acu hvor der eigenen Community nicht halt. (Hierzu ein Blogartikel von Jan Schnorrenberg)

Als letztes sprach Siegrid von Zwanglos über die Ausgrenzung und Diskriminierung von Inter & Trans*Personen in ihrem Alltag und was man dagegen tun kann.

Wir danken Allen die da waren und freuen uns auf nächste Jahr.

 

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Neuer Vorstand mit großen Plänen

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Am Sonntag, den 24. April hat die GJ Erfurt einen neuen Ortsgruppenvorstand gewählt.
Neue Sprecherin wurde Miriam Schröder (21), die an der Uni Internationale Beziehungen studiert. Sie sagt: „Lokal und global hängen stark zusammen, deswegen möchte ich mich weiterhin für ein weltoffenes und tolerantes Erfurt einsetzen“.  Sie löst Laura Wahl ab, die nicht erneut kandidierte.
Jan Estelmann (20) wurde als Sprecher wiedergewählt. „Es ist traurig das Rassismus und Faschismus immer noch auf Erfurts Straßen präsent sind, hier wollen wir weiter dagegen ankämpfen“ so Jan Estelmann

Als Schatzmeister hat die Ortsgruppe Martin Püschel (25) gewählt. Er sagt: „Als Sozialarbeiter weiß ich, wie man mit wenig Geld viel erreichen kann. Diese Kompetenz ist bei der Planung von Aktionen und Veranstaltungen immer nützlich.“

Der neue Vorstand wird sich für ökologische und grüne Themen in Erfurt einsetzen.
Gemäß dem Motto: Aktiv für eine grüne Landeshauptstadt!

Tschernobyl ist überall!

Unser Redebeitrag zur Mahnwache zum 30. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl:

„Doch, doch, Kartoffeln kann man in Tschernobyl nach wie vor anbauen, mit dem Essen muss man jedoch warten. Vielleicht 20.000 Jahre.“ (Igor Gramotkin – Leiter des AKW Tschernobyl in einem Gespräch am 27. Mai 2011) Igor Gramotkin, der Leiter des AKW Tschernobyl, sagte diesen Satz in einem Gespräch 2011. Dieser Satz geht so tief und bringt doch die unverhandelbaren und unabstreitbaren Nachteile von Atomkraft auf den Punkt.

So stehen wir hier, 30 Jahre nach Tschernobyl, und gedenken den Opfern einer Katastrophe, die für viel mehr steht als nur eine Reaktorexplosion. Sie ist Symbol für menschliches Versagen, für Vertuschung auf ganzer Linie und für den bisher wohl nachhaltigsten Fehler der Menschheit: Die Nutzung von Atomkraft.

Hier sprechen, wie so oft, die Zahlen für sich:

Fabian hält unseren Redebeitrag

Fabian hält unseren Redebeitrag

Die Mahnwache auf dem Anger

Die Mahnwache auf dem Anger

30 Jahre später gab es durch Tschernobyl insgesamt bis zu 1 Millionen Tote
30 Jahre später ist alles mindestens 30 km rund um Tschernobyl radioaktiv verseucht, für Menschen nicht bewohnbar, geschweige denn landwirtschaftlich nutzbar – das sind 2600 km2
30 Jahre später ist Prybjat, 5 Kilometer nördlich von Tschernobyl eine Geisterstadt. 0 Einwohner*innen.
Und 30 Jahre später sind weltweit 444 Atomkraftanlagen in Betrieb.

Natürlich, für Deutschland war es das mit Atomkraft bis 2022 erst mal, aber es ist egal ob ein Atomkraftwerk auf deutschem Gebiet steht oder gegenüber auf französischer Seite, Radioaktivität hält sich nicht an Ländergrenzen, hat es nie, wird es nie. Und wenn es zum Beispiel im Atomkraftwerk Cattenom in Frankreich, 50 km entfernt von Trier, seit 1986 mehr als 700 Störfälle und einen Brand gab und außerdem vor ca 2 Jahren 10 Mitarbeiter*innen leicht verstrahlt wurden hebt das meine Stimmung jedenfalls nicht.

Deutschland ist leider das einzige Land was von seinen Atomkraftwerken Abschied nimmt.
Dafür sind in Frankreich, Polen, Indien, China, Russland, Japan und weiteren Staaten gleich mehrere neue Atomkraftwerke geplant – weltweit insgesamt 64. So nimmt der Wahnsinn und auch das Risiko kein Ende und gleichzeitig höhlt die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus und blockiert so die Energiewende. Denn da war ja noch was mit Klimawandel. Da war ja noch was mit Deutschland auf Platz eins der Braunkohleförderung weltweit. Da war ja noch was mit Deutschland als einst mögliches Vorbild der Energiewende. Mhhh… Klimawandel und seine Ursachen halt, mit ähnlich nachhaltigen Folgen wie Atomkraft.

Aber statt all diese Veränderungen wahrzunehmen, gar nachzuvollziehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, weigern wir uns gegen progressives und zukunftsorientiertes Handeln und versuchen verzweifelt den Problemen unserer Zeit nationalstaatlich oder religiös-ideologisch zu begegnen.
Das alles funktioniert aber so nicht, so funktioniert, erst recht heutzutage, gar nichts mehr.
Wir sehen, es gibt noch viel zu tun und deswegen appelliere ich an alle die im Herzen doch Aktivist*innen gegen Atomkraft sind: Tragt gemeinsam die Anti-Atom, aber auch die Anti-Kohle-Bewegung wieder in das Bewusstsein der Menschen, in unser aller Gedächtnis und auf die Straße. Doch für heute reicht es schon, den Opfern und Betroffenen von Tschernobyl zu gedenken, wie es heute, hier und in vielen anderen Städten und Dörfern Deutschlands und überall auf der Welt stattfindet.

Wir sagen „Nein Danke zu Atomkraft“, weil wir ein weiteres Mahnmal des menschlichen Versagens und einen weiteren Gedenktag verhindern möchten. Tschernobyl (war und) ist überall.

Vielen Dank.